Der Mini – mit Leidenschaft für eine neue Freiheit

Mary Quant erfand Mitte der 1960er Jahre den Minirock und auf dem Höhepunkt der Popkultur hatte der kurze Rock auch eine gesellschaftliche Dimension. Das Ende der Prüderie der Nachkriegszeit war eingeläutet und die sechziger Jahre bekamen den Schwung, der sie zu den Swinging Sixties machte. Inzwischen zählt die britische Post den Minirock genauso wie das Überschallflugzeug Concorde zu den Designklassikern des Landes: Das revolutionäre Kleidungsstück erhielt die Ehre einer eigenen Sonderbriefmarke.

Die Geschichte begann 1955: Die Lehrerstochter Mary Quant eröffnet mit gerade mal 21 Jahren ihre erste Modeboutique „Bazaar“ im Londoner Chelsea – dem Schmelztiegel der Szene. Gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Plunkett Greene beschloss sie drastische Kürzungen in der Damenmode und entwarf die erste Mini-Kollektion. Angeblich auch aus praktischen Gründen, denn sie hielt die keuschen Rocklängen bis weit über das Knie schlicht für ungeeignet, um hinter einem Bus her zu rennen.

Und der Dammbruch schwappte von London aus bis zum Festland: In Paris, das bis dahin als Welthauptstadt der Mode galt, setzten zur gleichen Zeit auch die Designer André Courrèges und Pierre Cardin die Schere am Rocksaum an. In die Geschichtsbücher ging allerdings Mary Quant ein und gilt bis heute als Erfinderin des Minirocks, der so heißt wie ihr Lieblingsauto, der Mini.