Zufälle als Chance

„Wirklich innovativ ist man nur dann, wenn einmal etwas danebengegangen ist“. Sagt Woody Allen, der seinen Pessimismus sehr erfolgreich zum Beruf gemacht hat und der spätere Nobelpreisträger Alexander Fleming wäre ohne eine Panne nicht zum Entdecker des Penicillins geworden: Er vergaß, sein Laborfenster zu schließen und hereinfliegende Pilzsporen zerstörten den Eiter in seinen Petrischalen. Auch für Dr. Spencer Silver begann mit einem Fehlschlag der Erfolg seines Lebens. Im Labor seines Arbeitgebers 3M war er auf der Suche nach einem neuartigen, sehr starken Kleber. Was er in seinen Tiegeln anrührte, klebte zwar nicht stark, ließ sich aber immerhin rückstandsfrei wieder von Papier ablösen.

Einige Jahre später benutzte sein Kollege Arthur Fry die Proben von Dr. Silver, um damit Merkzettel im Gesangbuch seines Kirchenchores zu befestigen. Er war es auch, der die Erfindung, die ursprünglich ein Fehlschlag war, im Kollegenkreis bekannt machte. Sechs Jahre nach Silvers ersten Versuchen traten die haftenden Zettel als „Post-it“-Haftnotizen ihren Siegeszug um die Welt an.

Innovation ist Kollaboration, Versuch und Irrtum, Hartnäckigkeit und manchmal auch einfach nur das Erkennen der Gelegenheit. Aber vor allem ist es die Fähigkeit, sich selbst ein Umfeld für das Gelingen zu organisieren und ein möglichst dichtes Netz von Faktoren zu knüpfen, die das eigene Denken zum Erfolg führen können.